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Mehrwertsteuer Schweiz – Satzänderungen per 1.1.2018

Aufgrund der Abstimmung vom 24.9.2017 werden die Mwst-Sätze auf 2018 teilweise gesenkt. Neu ab 1.1.2018 gelten folgende Sätze:

Normalsatz                                                         bisher 8.0%             neu 7.7%
Sondersatz Beherbergungsleistungen          bisher 3.8%              neu 3.7%
Leistungen des täglichen Bedarfs                  bisher 2.5%              neu unverändert 2.5%

Nachstehend haben wir einige Punkte zusammengestellt, die zu beachten sind.

  1. Sie verrechnen 2017 schon Leistungen für 2018 (z.B. Abonnierte Dienste etc.)
    Diese Leistungen müssen mit dem neuen Steuersatz verrechnet werden. Dieser muss auf den Kundenbelegen auch sauber ausgewiesen sein. Wenn Sie Preise inkl. Mwst verrechnen und nur auf den Satz verweisen, muss der Verweis „inkl. 7.7% Mwst“ lauten.
  2. Sie verrechnen 2018 noch Leistungen, die schon 2017 erbracht wurden oder Lieferungen, die 2017 schon erfolgten.
    Diese Leistungen müssen mit dem alten Steuersatz verrechnet werden. Dieser muss auf den Kundenbelegen auch sauber ausgewiesen sein. Wenn Sie Preise inkl. Mwst verrechnen und nur auf den Satz verweisen, muss der Verweis „inkl. 8.0% Mwst“ lauten.
  3. Sie haben jahresübergreifende Projekte 2017 / 2018
    Bei den Leistungen oder Lieferungen muss im Detail unterschieden werden, in welchem Jahr die Ausführung oder Lieferung erfolgte. Demzufolge müssen diese dann mit den unterschiedlichen Mwst-Sätzen versehen, auf den Kundenbelegen ausgewiesen und abgerechnet werden. Wenn per Ende 2017 eine Teilrechnung über die gesamten bis dahin erbrachten Leistungen oder Lieferungen möglich ist, empfehlen wir, diese vorzunehmen. Sollten Sie Projekte haben, die über das Jahresende hinausgehen und bei denen eine Unterteilung nicht möglich oder schwierig ist, nehmen Sie am besten mit uns Kontakt auf, damit wir den Fall einzeln einschätzen können.
  4. Akonto- und Vorauszahlungen
    Akontozahlungen für geleistete Arbeiten sind mit dem Steuersatz für die Periode der geleisteten Arbeiten zu versehen. Hier empfiehlt sich ebenfalls, wo immer möglich, in Absprache mit dem Kunden oder Auftraggeber Teilrechnungen über die gesamten erbrachten Leistungen zu erstellen.Vorauszahlungen, die noch 2017 in Rechnung gestellt werden, aber Leistungen oder Lieferungen im 2018 betreffen, sind mit dem neuen Steuersatz zu versehen.
  5. Vorsteuerabzug
    Grundsätzlich können Sie den vom Leistungserbringer oder Lieferanten ausgewiesenen Mwst-Betrag als Vorsteuer in Abzug bringen. Sollte die Rechnungsstellung fehlerhaft sein, liegt das Problem beim Aussteller. Trotzdem empfehlen wir Ihnen, bei offensichtlich falscher Berechnung der Mwst den Aussteller darauf aufmerksam zu machen und eine korrigierte Rechnung zu verlangen.
  6. Sie arbeiten mit einem ERP-System – was ist zu beachten
    Nimmt Ihr Systembetreuer nicht umgehend mit Ihnen Kontakt auf, sollten Sie diesen Kontakt selbst herstellen. Wichtig ist, dass sie über folgende Möglichkeiten verfügen (sind teilweise schon seit der letzten Satzerhöhung vorhanden, brauchen also vielleicht wenig Aufwand):- Zuweisung von unterschiedlichen Sätzen für den gleichen Artikel je nach Lieferzeitraum
    – Ausweis von mehreren Mwst-Sätzen auf der Rechnung
    – Eingabe von unterschiedlichen Steuersätzen bei der Vorsteuer auf Kreditorenrechnungen
    – Abrechnung der neuen Sätze bei der Mwst-Abrechnung Q4 2017
  7. Saldosteuersatz
    Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat einzelne Saldosteuersätze wieder einmal neu überprüft. Dadurch gibt es nicht nur Anpassungen aufgrund der gesenkten Sätze, sondern teilweise auch aufgrund von Neuberechnungen. Während die Senkung bei der Mehrheit der Sätze ebenfalls zu einer solche führt, gibt es Tätigkeiten, bei welchen der Saldosteuersatz angehoben wird. Die Liste ist bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung zu beziehen oder selbstverständlich auch über uns.

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